Wohnkabine oder Van? Vor- und Nachteile beider Konzepte

Warum sind wir von der Wohnkabine auf einen Van gewechselt? Was sind die Vor- bzw. Nachteile beider Konzepte?

In diesem Artikel beleuchten wir die beiden Konzepte, heben die Vor- sowie Nachteile hervor und erzählen Dir mehr über die Gründe für unseren Wechsel von der Wohnkabine zum Van. 

Die Roomtour des Vans findest Du hier 🙂

Die Absetz-Wohnkabine

Die Absetz-Wohnkabinen erfreuen sich immer mehr Beliebtheit. Unserer Meinung nach zu Recht, das Konzept ist sehr interessant und flexibel. Man benötigt lediglich ein Trägerfahrzeug, z.B. einen Pickup und schon kann die Wohnkabine aufgesetzt werden und los geht’s auf die Reise.
Roger von wohnkabinen.online hat einen sehr interessanten Artikel darüber verfasst, was das Konzept Wohnkabine für Vorteile hat. Den Artikel findest Du hier.

Fassen wir es grob zusammen:

Vorteile

  • Kein Zweitfahrzeug notwendig, der Pickup kann im Alltag ganz normal genutzt werden
  • Während der Reise bessere Mobilität vor Ort (durch das Absetzen der Kabine)
  • Offroadtauglichkeit (Allrad, Verschränkungen evtl. Differenzialsperren) abhängig vom Wohnkabinentyp
  • Basisfahrzeug kann jederzeit ausgetauscht werden
  • Kompakte Außenmaße (abhängig vom Wohnkabinentyp)
  • Geringer Wertverlust der Wohnkabine
  • Angenehme Reiselautstärke (Im Normalfall kein Durchgang von Pickup zur Wohnkabine, kein Klappern oder ähnliches während der Fahrt hörbar)
  • Gute Dämmung und Isolierung
  • Der Coolness Faktor, man wird nicht als Campingmobil angesehen 🙂

Nachteile

  • Hohes Preisniveau
  • Im Normalfall kein Durchgang vom Pickup zur Wohnkabine, man muss das Fahrzeug verlassen um in die Wohnkabine zu kommen
  • Wenig Platz im Innenraum im Verhältnis zu den Außenmaßen
  • Wenig Stauraum
  • Im Alkoven im Normalfall nicht genügend Höhe zum Sitzen
  • Hoher Schwerpunkt (abhängig vom Wohnkabinentyp)
  • Außenmaße, speziell die Breite und Höhe (abhängig vom Wohnkabinentyp)
  • Kabine heizt sich über die Fahrzeugheizung während der Fahrt nicht auf (mit einem zusätzlichen Wärmetauscher bei Wasserheizungen ist dies möglich, bei Luftheizung nicht möglich)

Falls Du unser altes Reisegefährt noch nicht kennst, kannst Du es hier anschauen:

Der Van

Kommen wir nun zum Van/Kastenwagen. Der Kastenwagen ist zwischen den reinen Wohnmobilen (Teil- bzw. Vollintegriert) und den Campervans (z.B. VW Bulli) einzuordnen. Dadurch vereint der Kastenwagen die Vorteile beider Konzepte – eine vollwertige Campingausstattung bei geringeren Außenmaßen.

Vorteile

  • Gutes Platzangebot: der Raum wird optimal genutzt, Vordersitze z.B. drehbar und als „Sessel“ nutzbar
  • Durchgang vom „Fahrerhaus“ zum Wohnbereich, somit kann man auch mal fix nach hinten, z.B. auf die Toilette oder wenn etwas vergessen wurde, in die Schublade zu verräumen 🙂
  • Kein Zweitfahrzeug notwendig: abhängig von den Außenmaßen kann der Kastenwagen auch als normales Fahrzeug genutzt werden
  • bedingte Offroadtauglichkeit: abhängig vom Modell, die Möglichkeit einer Nachrüstung mit Allradantrieb besteht meistens
  • Geringe Außenmaße: natürlich auch hier Modellabhängig, speziell die geringere Breite ist bei schmalen Gassen oder Brücken von Vorteil
  • Wohnraum heizt sich während der Fahrt über die normale Fahrzeugheizung durch den Durchgang mit auf
  • Unauffälligkeit
  • Vollwertiges „Wohnmobil“ im kleinen Format

Nachteile

  • Ebenfalls teils hohes Preisniveau
  • Durch die bedingte Offroadtauglichkeit kommt man nicht mehr an die entlegensten Orte
  • Höhere Reiselautstärke, da der Wohnraum vom Fahrerhaus nicht getrennt ist
  • Schlechtere Dämmung als bei der Wohnkabine
  • Größere Außenmaße: natürlich auch hier Modellabhängig, im Normalfall länger als die Wohnkabine
  • Der geringere Coolness Faktor 🙂

Falls Du unseren Van noch nicht kennst, kannst Du ihn hier anschauen.

Warum keine andere Wohnkabine?

Wir haben uns natürlich auch mit dem Thema beschäftigt, dass wir nur unsere Wohnkabine gegen eine Größere tauschen. Wir hatten uns vor dem Kauf der Wohnkabine im Jahr 2018 intensiv mit den unterschiedlichsten Kabinentypen beschäftigt. Dazu zählten natürlich auch größere Kabinen mit Nasszellen etc.
Nach einer Zeit des Grübelns und der Kalkulation war das Thema für uns aber relativ schnell gegessen.

Man muss realistisch sehen, dass auch größere Kabinen nur ein klein wenig mehr Platz bieten. Die Nasszellen sind relativ klein und man hat nunmal nur max. 3,5t Gesamtgewicht zur Verfügung. Daran lässt sich einfach nichts ändern. Durch den Überhang der größeren Kabinen und das Mehrgewicht verliert man viel Potential beim Pickup, wenn es mal über Stock und Stein gehen sollte.

Der ausschlaggebende Punkt gegen eine größere Kabine waren aber die Kosten. Eine einigermaßen gut ausgestattete Kabine hätte fast so viel gekostet, wie unser Van – und da käme der Pickup noch On-Top!

Dieser Punkt ist sehr individuell und die Frage muss sich jeder selbst beantworten. Für uns hat aufgrund unserer weiteren Pläne das Verhältnis Kosten/Platz/Größe hier einfach nicht mehr gepasst.

Was waren die Gründe für den Wechsel zum Van?

Wir hatten uns 2018 bewusst für die Kombination aus Pickup & Wohnkabine entschieden und waren auf unserer knapp 8-monatigen Tour mit der Kombination sehr zufrieden. Wir haben tolle Momente erlebt und haben den Pickup wie auch die Wohnkabine lieben gelernt. Auf der Reise haben wir uns selbst besser kennen gelernt und herausgefunden, was uns wirklich wichtig ist und was wir benötigen. Dafür waren unsere bisherigen 4-Wochen Urlaubstrips einfach zu kurz.

Unser Reiseverhalten

Unser Reiseverhalten hat sich während der Reise geändert. Wir haben in den ersten Monaten regelrecht die entlegensten Plätze gesucht und versucht, so oft wie möglich einen spektakulären Platz in der Natur zu finden. Das hat natürlich viel Spaß gemacht und man ist fast immer mit einem grandiosen Platz belohnt worden – man ist aber auch immer weit weg von jeder Zivilisation gewesen und war „alleine“. Unser Bedürfnis nach absoluter Ruhe oder dem Finden des spektakulärsten Platz war ab der Mitte der Reise grundlegend anders. Man kann es deuten wie man möchte, aber wir sind bei diesem Thema ruhiger geworden. Wir haben festgestellt, dass es nur noch sehr wenige Stellen gibt, die wirklich ab vom Schuss sind und wo man die Abgeschiedenheit genießen kann. Unser Fahrzeug haben wir ab der Hälfte der Reise so gut wie nie ausgereizt und haben es auch mal genossen, wenn wir uns an einem Platz mit anderen Personen unterhalten konnten.

Absetzen der Kabine

Wir haben während unserer Reise die Kabine tatsächlich kein einziges Mal abgesetzt. Wenn wir uns für mehrere Tage nieder gelassen haben, erkundeten wir die Umgebung zu Fuß und machten viele Wanderungen. In Städten haben wir immer Campingplätze oder bewachte Stellplätze genutzt – diese waren immer groß genug für uns.

Schlafplatzsuche

Dadurch, dass wir ab der Hälfte der Reise weniger extreme Plätze angefahren haben, waren wir erstaunt, wo man mit einem Van überall hinkommt 🙂 95% der Personen, die wir getroffen haben, waren damit unterwegs – ohne Allradantrieb oder sonstigen teuren Umbauten.

„Bedingte“ Offroadtauglichkeit der Wohnkabine

Bei den Wohnkabinen gibt es im Prinzip 2 Lager:
Die kleinen Kabinen, die meist ein Hubdach haben und voll geländetauglich sind und die großen Kabinen mit Überhang und jede Menge Gewicht.
Wir lagen mit der ECO200 dazwischen. Ein einigermaßen akzeptables Gewicht aber doch genügend Platz, um darin länger zu „leben“.
Und doch war die Geländetauglichkeit begrenzt. Durch den höheren Schwerpunkt war es auf längeren Buckelpisten teilweise wirklich sehr anstrengend, da es sich immer wieder aufgeschaukelt hat und wir ständig hin- und her gewippt sind. Durch die Größe der Kabine war es uns oft nicht möglich, an die extremen Orte zu fahren. Somit haben wir manchmal zurückstecken müssen und sind schlussendlich dann doch wieder auf einem Platz gelandet, an dem wir auch ohne Allrad durchgekommen wären.

Platz zum Arbeiten

Am Anfang war alles gut, uns hat der Platz voll ausgereicht. Ehrlich gesagt hatten wir auch nicht damit gerechnet, dass wir aufgrund unserer Leidenschaft für den Blog und YouTube beide parallel so oft die Laptops oder ähnliches nutzen.
Aber auf der Reise haben wir mehr und mehr festgestellt, dass der Platz zum Arbeiten für uns beide nicht ausreicht und wir hier einfach, auch für die Zukunft, mehr Platz benötigen.
Warum wir nicht draußen arbeiten? Unsere MacBooks haben keine entspiegelte Displays, somit ist das Arbeiten in schlechten Lichtverhältnissen unmöglich.

Stauraum für Multimediaequipment

Durch die neuen tollen Projekte, die wir machen werden, haben wir einen erhöhten Platzbedarf für unser Multimediaequipment. Da kommt die Wohnkabine leider an ihre Grenzen.

Dusche/Nasszelle

Aufgrund der Kosten und der noch geringeren Offroadtauglichkeit (größere Kabine, Auflastung des Fahrzeugs etc.) hatten wir uns damals bewusst gegen eine Nasszelle entschieden. Das war einer der Kompromisse, die wir eingegangen sind.
Wir sind beide sehr aktive Menschen, die Bewegung und Sport lieben. In den ersten Monaten hatte uns eine Nasszelle bzw. eine Toilette nicht gefehlt. Wir hatten in den entlegenen Gebieten immer genügend Privatsphäre, um den Toilettengang zu erledigen und zu duschen.
Aber mehr und mehr war es für uns störend, beides nicht an Bord zu haben. Wir hatten zwar immer eine Notfalltoilette * mit dabei, aber die Dusche hat uns immer mehr gefehlt. Wenn man nach dem 3. Campingplatz immer noch keine schöne, warme Dusche hatte fragt man sich irgendwann: „Muss ich mir das wirklich antun?“
Für einen gewissen Zeitraum mag das alles kein Problem darstellen. Da wir aber natürlich wieder eine nächste größere Tour planen, war das für uns ein wichtiger Punkt für die Zukunft.

Frei stehen in der „Zivilisation"

Wir dürfen in Zukunft bei ein paar tollen Projekten mit wirken. Dafür wird es notwendig sein, dass wir auch in Städten (auf Stellplätzen) mehr als eine Nacht frei stehen können und auch mal frisch geduscht in den Tag starten können 🙂 Dafür war unsere Wohnkabine leider nicht ausgelegt.

Was denkst Du über dieses Thema?

Hat für Dich der Van oder Wohnkabine noch weitere Vor- bzw. Nachteile? Was gefällt Dir an deinem Konzept besonders gut? Lass uns gerne daran teilhaben und schreibe es in die Kommentar – wir sind gespannt!

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Wolfgang Minzer

    Hallo ihr beiden, ich verfolge mehrere Reisende mit verschiedenen Fahrzeugen hier im Netz. Euch habe ich vom ersten Video an abonniert und auch angesehen.
    Momentan fahre ich mit einem B630 von Hymer, uncool aber bis auf die Breite ähnlich zum Poessl. Mein Traum war immer schon eine Absatzkabine mit Allrad. Offroad, naja, aber mit Frontantrieb auf feuchtem Grund? ich weiss es nicht. Nun habe ich eine T5 Doka 4motion mit einer Tischer 280s erstanden. Beim Umräumen wurde die Kabine immer größer, ich werde wohl alles hineinbekommen, auch vorn in die Doka. Ich hoffe nun nicht mehr steckenzubleiben Dank Allrad. Dank Alde und Trockentrenntoilette habe ich es sehr komod. Das geheizte Fahrzeug
    nach einer Fahrt ist sehr angenehm, Mal schauen wie ich mich fühle nach nassem Umstieg nach hinten???
    Euch alles Gute, vielleicht trifft mann sich ja mal,

    Wolfgang mit Emy

    1. Basti

      Hi ihr Beiden,
      Ob das Fahrzeug cool ist oder nicht spielt eine eher untergeordnete Rolle 🙂 Hauptsache man fühlt sich wohl und es deckt die Bedürfnisse ab 🙂
      Eure Kombi hört sich sehr interessant an, da sind wir auf Erfahrungen gespannt!
      Die DoKa kann man auch umbauen, dass dort auch nochmal einiges an Stauraum gewonnen wird.

      Viele liebe Grüße
      Grit und Basti

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