Unser altes Reisegefährt – die Wohnkabine

Einen Spitznamen haben wir vorerst noch nicht – wir nennen es einfach und schlicht unser neues Zuhause.

Wir haben bereits 2018 damit angefangen, uns mehr und mehr den minimalistischen Lebensstil anzueignen – es funktionierte super. Wir haben uns von vielen Dingen getrennt, die wir entweder gespendet oder verschenkt haben. Ganz wenige Dinge wurden verkauft. Seltsamerweise fehlt uns davon nichts – wenig Besitz macht tatsächlich glücklich. Von zuvor knapp 200m² in unserem EFH auf ca. 6m² Wohn- und Schlaffläche in unserer Wohnkabine. Wir fühlen uns besser denn je.

Warum haben wir uns für eine Wohnkabine entschieden?

Lange bevor unsere Wohnkabine bestellt wurde, haben wir uns intensiv mit den unterschiedlichen Konzepten auf dem Campingmarkt beschäftigt. Mittlerweile ist der Markt an Campingmobilen beinahe unüberschaubar. Nach wochenlangem Studieren der Konzepte haben wir uns folgende Punkte als Prämisse gesetzt:

  • Platz für zwei Personen
  • Kein reines Campingmobil – Ein Auto für’s Campen & normalen Gebrauch
  • (bedingte) Offroadtauglichkeit
  • Regen-, Wind- und Sturmfest
  • Wohlfühlen im Innenraum – auch bei mehreren Tagen Dauerregen
  • Maximal 3,5t Gesamtgewicht inkl. unserer Ausrüstung
  • Einhaltung unseres persönlichen Preislimits

Aufgrund der obigen Punkte wurde es dann schon ziemlich überschaubar. Letztendlich hat uns dann das Paket und die Flexibilität der Wohnkabine überzeugt.
Das wichtigste ist natürlich, dass man sich wohl fühlt. Für uns kam es nicht in Frage, bei schlechter Witterung alles abzubauen und uns in einen „Notschlafplatz“ zu begeben.

Kennst Du schon unseren Beitrag zum Thema Kauf einer Wohnkabine? Was ist wichtig und was muss beachtet werden? Warum haben wir uns für eine Nordstar ECO200 entschieden? Schau Ihn dir gerne an.

Unser Basisfahrzeug

Um die Wohnkabine nutzen zu können, braucht man natürlich ein Basisfahrzeug 🙂

Beim Basisfahrzeug war die Auswahl ein wenig kleiner. Wir haben uns verschiedene Fahrzeuge angeschaut, darunter den VW Amarok, Toyota Hilux, Nissan Navara und den Ford Ranger. Hier wurde uns schnell klar, was für uns die wichtigsten Punkte für unser Basisfahrzeug sind:

  • 1,5 Kabiner
  • Automatikgetriebe
  • Motor mit ausreichend Kraft, wenn möglich kein 4-Zylinder
  • Einfache Auflastung auf 3,5t
  • Keine Volllederausstattung

Die Wahl fiel hier auf den Ford Ranger. Hier hat uns einfach das Gesamtpaket am meisten überzeugt. Aufgrund des anstehenden Modellwechsels konnten wir ein Neufahrzeug mit ordentlich Nachlass ergattern. Ein paar Fakten zu unserem Fahrzeug:

  • Ford Ranger
  • Wildtrak Ausstattung
  • Iridium-Schwarz Mica
  • 3.2 TDCI (Diesel)Motor mit 6-stufigem Automatikgetriebe
  • zuschaltbarer Allradantrieb
  • Sperrdifferenzial hinten
  • Untersetzungsgebtriebe
  • Standheizung
  • Anhängerkupplung
  • Sitzheizung

Unser Ranger ist nicht auf 3,5t aufgelastet. Nach dem Abholen der Kabine und dem Einräumen ging es auf die Waage – alles im grünen Bereich. Wir halten sowohl das zulässige Gesamtgewicht von 3.270kg sowie die max. Hinterachslast von 1.850kg ein. Trotz allem haben wir ein paar Dinge am Fahrzeug verändert. Im Vordergrund standen dabei die Erhöhung der Offroadtauglichkeit, die Möglichkeit der späteren Auflastung auf 3,5t, die Risikominimierung bei Reifenpannen, Gewichtsersparnis, mehr Stauraum sowie natürlich eine bessere Optik 🙂

  • Entfernen aller Aufkleber
  • Felgen: Dotz Dakar (7Jx16 ET24)
  • Reifen: BFGoodrich All-Terrain * T/A KO2 (265/70 R16 121/118S) – in der Größe bei Bedarf schnell verfügbar, keine Tachoangleichung notwendig.
  • Entfernen der Rücksitzbank und Verkleidungen im Fond
  • 4-teiliger Ausbau des Fonds für mehr Stauraum und 30l Trinkwasser
  • Demontage der Anbauteile, z.B. Seitenschweller
  • Spiegelverbreiterungen für die Sicht nach hinten

Mehr Stauraum im Pickup – unser Innenausbau

Früh begannen die Überlegungen, einen Ausbau anstelle der Rückbank zu montieren. Aber was für Anforderungen stellt man an einen solchen Ausbau? Was muss man beachten? Welche Materialien benötige ich? Schau Dir gerne dazu unseren Ausbau an – inklusive Stückliste.

Unsere Wohnkabine

Nachdem wir uns Anfang 2018 dafür entschieden hatten, dass es eine Wohnkabine werden soll, sind wir im März 2018 zuerst nach Gevelsberg in das Wohnkabinencenter gefahren. Denn Theorie und Praxis sind ja oft zwei paar Dinge – Wir wollten uns das Konzept erst einmal live anschauen. Jens und sein Team vom Wohnkabinencenter sind absolut empfehlenswert, sie haben sehr viel Kabinen zur Besichtigung da und haben sich viel Zeit für uns genommen. Wir konnten in Ruhe diverse Kabinen und Kabinenkonzepte besichtigen. Das erste Positive vorweg – wir waren vom Konzept Wohnkabine nach der Besichtigung überzeugt 🙂

Auch bei der Wohnkabine gibt es viele verschiedene Ansätze und Konzepte – was es einem bei der Auswahl nicht leicht macht. Also haben wir uns auch hier folgende Punkte als Prämisse gesetzt:

  • Platz für zwei Personen
  • ein festes Bett mit einer Mindestbreite von 1,40m
  • die Möglichkeit eines Sofa’s für regnerische Tage (wir nutzen einfach das 3. Bett dafür)
  • Regen-, Wind- und Sturmfest
  • Wenn möglich keine Auflastung des Fahrzeugs
  • (bedingte) Offroadtauglichkeit
  • feste Küche, Esstisch und Heizung
  • Frischwassertank sowie Batteriespeicher
  • Nasszelle sowie Toilette sind kein Muss
  • Außendusche
  • Genügend Stauraum

Damit sind alle Pop-Up Kabinen raus gefallen. Diese Kabinen haben ihren eigenen Reiz und können ihre Stärken natürlich bei der kompakten Größe, Gewichtsverteilung sowie Offroad Tauglichkeit ausspielen. Da wir aber nicht die Hardcore Offroader sind, kam für uns dann schlussendlich nur eine Wohnkabine ohne Pop-Up in Frage.

Aber nun welcher Hersteller und welche Kabine? Tischer, Bimobil, Nordstar, Camp-Crown, Exkab, Thokie usw.? Nach reichlicher Überlegung und weiterer Vor-Ort Besuche bei verschiedenen Herstellern sind wir im Oktober 2018 (6 Monate nach der ersten Besichtigung) noch einmal in das Wohnkabinencenter nach Gevelsberg gefahren. Wir hatten als „Vorauswahl“ die Nordstar ECO180 sowie die ECO200 getroffen. Wir konnten beim Besuch nochmals genau die Kabinen anschauen und haben uns dann Schlussendlich für die Nordstar ECO200A entschieden.

Aber warum die Nordstar ECO200A? Wir haben genügend Stauraum für all unsere Dinge, da hilft natürlich der Schrank links der Küche. Die Kabine hat innen ein luftiges Raumgefühl, man kann sich zu 2. ohne Probleme bewegen, vor allem im Gang spürt man deutlich, dass es keine feste Nasszelle gibt. Aber vor allem war es für uns die Mischung aus Größe, Gewicht, Platz und Preis, das und überzeugt hat. Die Nordstar ECO200A hat schon ab Werk eine üppige Serienausstattung. Trotz allem haben wir noch das ein oder andere dazu bestellt. Hier die wichtigsten Fakten zur Wohnkabine:

  • Nordstar ECO 200A
  • Gesamtlänge ca. 3,70m
  • Breite ca. 2,2m
  • Leergewicht ca. 550kg
  • festes Bett mit Lattenrost, ca. 2,05m x 1,60m
  • 60l Frischwassertank
  • 2x 60Ah Gelbatterien von Victron
  • Zweiflammiger Herd und Spüle ohne Glasabdeckung
  • 90l Kompressorkühlschrank
  • 2x 5kg Gasflaschen
  • Außendusche
  • 200W Solarsystem inkl. MPPT Regler von Victron
  • 375W Sinus Wechselrichter von Victron
  • Fliegengitter an allen Fenstern + Eingangstüre
  • 30A Ladebooster vom Fahrzeug

Hast Du Fragen zu unserem neuen Zuhause?

Schreibe deine Fragen oder Anregungen gerne unten in die Kommentare. Wir sind sehr gespannt. 

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Edgar

    Hallo Sebastian und Grit, tolle Kombi habt ihr da! Letzten Herbst stand ich vor einer ähnlichen Situation wie ihr mit sehr vergleichbaren Überlegungen. Letztendlich ist es bei mit ein 1,5-Kabiner Isuzu D-Max geworden, Bj 2016 also noch der „alte“ 2,5L Motor und als Kabine habe ich mich, da ich die meiste Zeit alleine unterwegs bin, für eine ECO 180 entschieden. Das Ganze ist für mich bis jetzt auch sehr stimmig und mit „allem-drum-und-dran“ bin ich mit einem Gesamtgewicht bei gut 2800, brauche also auch keine Auflastung und der D-Max handelt die ganze Fuhre sehr souverän. Er hatte vom Vorbesitzer schon eine Goldschmidt Luftfederung und ich habe kürzllich 4 neue Stossdämpfer von Profender ein bauen lassen. Diese sind 4-stufig verstellbar und ein enormer Zugewinn an Komfort und Straßenlage.

    Derzeit bin ich auch auf meiner ersten großeren Tour und seit 6 Wochen Wochen unterwegs. Ich bin allerdings zügig durch Frankreich durch, auf der spanischen Seite der Pyrenäen entlang nach Galizien und dann bissche kreuz und quer durch Portugal. Aktuell bin ich in Südspanien an der Atlantikküste und will dannn in den nächsten 2-3 Wochen, wieder an der Mittelmeerküste hoch Richtung Heimat.

    Eine sehr schöne Website habt ihr da, womit habt ihr die gemacht?

    Liebe Grüße und allzeit gute Fahrt
    Edgar

    1. 321off.com

      Hallo Edgar,
      freut uns, dass Dir unsere Kombi gefällt 🙂

      Klar, wenn man alleine unterwegs ist, reicht die ECO180 vollkommen aus. Hier ist auch alles an Board, was man zum täglichen Leben benötigt!
      Dein Gesamtgewicht ist ja ein wahrer Traum, die Luftfederung auch sinnvoll, vor allem kannst Du dir dadurch bei unebenen Untergrund die Unterlegkeile oder Bretter sparen, einfach das Fahrzeug hinten nach oben heben und schon hast Du dein Level 🙂

      Unsere Website ist mit WordPress + Elementor Page Builder erstellt.

      Wir wünschen Dir viel Spaß bei deiner weiteren Reise.
      Und denke immer daran, nach der Reise ist vor der Reise 🙂

      Viele liebe Grüße
      Grit und Basti

  2. Rüdiger Stelter

    Hallo ihr Zwei,
    danke für den Link zu dieser Seite. Hab ich alleine nicht gefunden, was aber nichts zu sagen hat. Alles in Allem habt ihr da ein sehr interessantes Gespann. Der Ford ist sicherlich die beste Wahl für diesen Zweck. Ich hatte damals einen Navara 1,5 Kabiner mit der entsprechenden Auflastung. Allerdings haben mich dann Berichte über Ramenbrüche etwas beunruhigt und als ich dann selber ein solches durchgebrochenes Fahrzeug gesehen habe, wurde mir recht mulmig. Außerdem störte mich das ständige Auf und Absetzten dermaßen, dass ich die ganze Fuhre wieder verkauft habe. Nun, einige Jahre später, stand wieder eine Entscheidung für einen neuen Camper an und ich fuhr ebenfalls nach Grevelberg ins Wohnkabinencenter. Eure Eindrücke kann ich nur bestätigen. Sehr kompetent und freundlich. Eine riesen Auswahl an Kabinen und eine gute Beratung. Kann man nur empfehlen. Ich war allerdings auch bei Tischer. Auch dort war der Empfang und die Beratung absolut vorbildlich. Beide empfohlen mir auch den Ford Ranger als sehr stabiles Fahrzeug. Der Ranger ist es nun auch geworden, nur keine Wechselkabine. Meine Frau und ich haben uns für eine zwar teurere, aber für unsere Bedürfnisse besser geeignete Variante entschieden. Nach einiger Wartezeit bekommen wir bald (hoffentlich dieses Jahr nach der Krise) einen Ford Ranger mit fest aufgebauter Wohnkabine. Wir haben dann mehr Zuladungsmöglichkeit, einen stabilen Heckträger für unsere E-Bikes, mehr Frischwasser und die uneingeschränkte Möglichkeit einen Anhänger zu ziehen. Der Preis? Na ja. Reden wir nicht drüber. Auch wir haben unser Haus verkauft und deshalb geht das.
    Das Einzige , was uns noch fehlt wenn der Wagen endlich da ist, ist viel viel Zeit. Berufliche Bindung segnet einen zwar mit einem regelmäßigem Geldfluss, raubt aber viel Lebenszeit. Und so stehen wir vor dem gleichen Problem wie alle Anderen auch. Wovon soll man leben, wenn man lange, lange reisen will. Wie macht ihr das? Braucht ihr das Geld vom Hausverkauf auf? Das ist alledings irgendwann alle, und dann?
    So warten wir auf unsere Rente, was nicht mehr allzu lange dauert, und hoffen, dass wir sie auch bekommen, wenns soweit ist.
    Viele Grüße und weiterhin viel Spass mit eurem Gespann, Rüdiger

    1. Basti

      Hi Rüdiger,
      ja, der Ford ist eine wirklich super Basis. Er Fährt sich gut, der Motor hat genug Kraft und er ist robust! Ich persönlich habe bisher noch nichts über Rahmenbrüche beim Ranger gelesen.
      Jedes Konzept hat seine Vor- und Nachteile. Ein Festaufbau lag über unserem persönlichen Preislimit, auch spielte der Gedanke des evtl. Wiederverkaufs eine Rolle. Da ist eine Absetzkabine klar im Vorteil!

      Wir brauchen tatsächlich unser „Erspartes“ auf, dafür ist es ja da 🙂 Wir bezahlen uns davon monatlich ein „Gehalt“, davon gehen dann alle Fixkosten weg (Versicherungen z.B. für das Auto, Altersvorsorge etc.) sowie alle sonstigen Kosten. Wir kommen damit super zurecht. Was danach kommt steht offen.

      Wir wünschen euch viel Spaß mit eurem Gespann (wenn es soweit ist) sowie eine schöne Reise. Und wenn es bis Rente nicht mehr lange ist eine erholsame Rentenzeit 🙂

      Bleibt gesund und viele Grüße
      Grit und Basti

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