Welche Wohnkabine passt zu mir?

Vielen Dank für Eure Nachrichten zu der Vorstellung unseres Reisemobils. Falls ihr unser Reisemobil noch nicht kennt, könnt ihr es hier anschauen.

Viele Fragen kamen auf, warum wir uns für Nordstar und eine ECO200A entschieden haben. Hier möchten wir euch einen kleinen Leitfaden geben, was ihr bei der Auswahl der Wohnkabine beachten solltet und wie ihr zu eurer Wohnkabine kommt. Die Nordstar ECO200A ist die für uns perfekte Kabine und muss für Dich nicht zwingend die beste Wahl sein. Anhand der Hilfestellung weiter unten kannst Du aber leicht feststellen, was für Dich bei der Kabinenauswahl wichtig ist und anschließend die Kabinen ein wenig eingrenzen.

Welche Wohnkabine passt zu mir?

Für uns war von Anfang an klar, dass wir einen europäischen Pickups kaufen werden. Die größeren amerikanischen Pickups wurden nicht in Betracht gezogen, da es sehr schwierig bzw. fast unmöglich wäre, ein reisefertiges Mobil zu akzeptablen Preisen mit 3,5t Gesamtgewicht auf die Beine zu stellen. Zu hoch ist das Eigengewicht der Pickups und zu wenig wäre als effektive Zuladung möglich.

Die Suche nach der passenden Wohnkabine ging los. Der Markt an Wohnkabinen ist sehr vielfältig und breit gefächert, es ist für jeden Anspruch etwas dabei. Man sollte sich allerdings im Klaren sein, was man möchte und für welchen Preis. Man kann natürlich alles individuell gestalten (lassen), allerdings sollte man immer im Hinterkopf behalten, das man im Falle eines Wiederverkaufs die Standardkonzepte besser verkaufen kann als komplett individuelle Konzepte – und natürlich sind die Standardkonzepte praxiserprobt 🙂

Fragenkatalog

Hier ist eine kleine Hilfestellung, welche Fragen man sich stellen sollte:

  • Welches Basisfahrzeug habe ich?
  • Kann das Basisfahrzeug aufgelastet werden?
  • Gibt es Einschränkungen der Außenmaße der Kombination Pickup/Wohnkabine?
  • Wie offroadtauglich sollte die Wohnkabine sein?
  • Welche Länder sollen mit der Wohnkabine bereist werden?
  • Wie viele Personen / Haustiere sollen mit?
  • Wie oft soll die Wohnkabine auf und ab gesetzt werden?
  • Soll die Kabine Regen,- Wind- bzw. Sturmfest sein?
  • Wie wintertauglich sollte die Kabine sein?
  • Soll es ein festes Bett geben, das nicht ausgezogen werden muss?
  • Wie groß sollte das Bett mindestens sein?
  • Reicht mir eine Umluft-/Gebläseheizung?
  • Benötige ich eine feste Küche und einen festen Esstisch?
  • Benötige ich eine feste Toilette und die Möglichkeit innen zu duschen?
  • Habe ich oft nasse Kleidung, die innen getrocknet werden muss? (z.B. bei Skiausfahrten)
  • Wie viel Stauraum benötige ich? Was muss alles mit? (z.B. Fahrräder, Surfboards etc.)
  • Wie lange möchte ich autark stehen (Stichwort Frischwasser und Batteriekapazität)
  • Welche elektronischen Geräte sollen regelmäßig geladen werden?
  • Wie groß sollte der Kühlschrank sein?
  • Ist das Kochen und das Heizen mit Gas für mich umsetzbar?

Wir hatten uns im Vorfeld viele Gedanken darüber gemacht, was uns wichtig ist und worauf wir verzichten können. Da wir nur zu zweit ohne Haustier reisen, haben wir bzgl. des Platzes eine komfortable Ausgangssituation. Wir reisen gerne in der Natur und stehen frei, somit ist das Dusch- und Toilettenthema bei uns kein Punkt, dem große Beachtung geschenkt werden muss.

Unsere Prämissen waren die folgenden:

  • Platz für zwei Personen
  • ein festes Bett mit einer Mindestbreite von 1,40m
  • die Möglichkeit eines Sofa’s für regnerische Tage bzw. ein drittes Bett
  • Regen-, Wind- und Sturmfest
  • Wenn möglich keine Auflastung des Fahrzeugs
  • bedingte offroadtauglichkeit
  • feste Küche, Esstisch und Heizung
  • ausreichend großer Frischwassertank sowie Batteriespeicher
  • Nasszelle sowie Toilette sind kein Muss
  • Außendusche
  • Genügend Stauraum für all unsere Dinge

Wir empfehlen jeden, der sich mit dem Konzept Wohnkabine zuerst auseinander setzt, eine Fahrt nach Gevelsberg in das Wohnkabinencenter. Jens und sein Team haben eine unglaublich große Auswahl an Kabinen in der Ausstellung stehen. Hier kann man sich die einzelnen Konzepte der Wohnkabinen anschauen und sich einen ersten Überblick verschaffen.

Genau das haben wir als erstes auch getan. Mit dabei hatten wir natürlich unseren Fragenkatalog sowie unsere Prämissen. Bzgl. dem Rest haben wir uns dann einfach treiben lassen und sind unserem Bauchgefühl gefolgt 🙂

Warum Nordstar und warum eine ECO200A?

Die ECO200A ist die für uns perfekte Kabine. Sie bietet genügend Platz, hat ein großes Bett sowie die für uns perfekte Größen- und Gewichtskombination. Wir mussten unser Auto nicht Auflasten und sind mit der Kabine so offroadtauglich, dass wir bisher zu jedem Schlafplatz gekommen sind, den wir anfahren wollten.

Für uns hat die ECO200A folgende Vorteile gegenüber anderen Modellen (auch gegenüber anderen Herstellern):

Keine Popup-KabinePopup-Kabinen haben viele Vorteile. Dazu zählen z.B. die geringere Größe und die verbesserte offroadtauglichkeit. Die Nachteile sind der geringere Stauraum (die Hängeschränke fehlen), schlechtere Wärme- und Akkustikdämmung sowie das flattern der Plane im Wind.

Großer FrischwassertankWir haben in der Kabine einen 60l Frischwassertank, der von außen gefüllt werden kann. Keine Kanister, die raus getragen oder innen befüllt werden müssen. Die Gefahr eines Wasserschadens minimiert sich stark. (so sparen wir Wasser ein)

Oberschränke, die gerade sindJa, wir haben Oberschränke und wir sind froh über den zusätzlichen Stauraum. Die Oberschränke sind nicht rund oder abgeschrägt sondern einfach gerade und gut nutzbar. Kein Stauraum geht aufgrund mehr Optik verloren.

Kein AbwassertankWir haben schlicht und einfach einen kleinen Schlauch als Abfluss, somit sparen wir Energie und Platz. Bei Bedarf können wir eine Faltschüssel oder den mitgelieferten Abwassersack darunter stellen. Ein Abwassertank sollte immer beheizt sein, da man je nach Region gerne mal Frost hat.

Kein BoilerZum Abwaschen oder der täglichen Körperpflege benötigen wir kein warmes Wasser. Wir nutzen zum Duschen entweder unsere Außendusche (kaltes Wasser) oder unsere Wassersäcke (warmes oder auch kaltes Wasser 🙂 ) (wie funktioniert das?)

Genügend StauraumDadurch, dass unsere Sitzgruppe keine U-Form hat, sind unsere Schränke breiter. Wir haben schlicht und einfach mehr Stauraum.

Funktionale Ausstattung ohne viel Schnick SchnackEinfache Bedienung, keine Control Units oder ähnliches. Reduzierung auf das Wesentliche, es geht schon weniger kaputt und braucht man das wirklich alles?

Keine NasszelleWir benötigen keine Nasszelle. Dadurch genießen wir mehr Platz (speziell im Gang) und ein besser Raumgefühl. Ein Waschbecken haben wir in der Küche (wozu ein zweites?), eine Toilette für den Bedarf zum Herausnehmen und sonst haben wir doch auch die Natur 🙂 Und ganz ehrlich, macht es Spaß, wenn man sich beim Duschen in der Kabine andauernd anschlägt oder man beengt duschen muss?

UmluftheizungKlein und fein 🙂 Wird schnell warm, benötigt wenig Platz, ist leicht und hat keinen zusätzlichen Wasserkreislauf. Ja, die Wärmeverteilung könnte besser sein, aber wir hatten bisher noch kein Problem mit Schwitzwasser. Unsere Schränke lüften wir täglich, somit keine Probleme 🙂

Verarbeitung und QualitätWohnkabinen werden trotz ihrer „hohen“ Stückzahl immer noch in Handarbeit gefertigt. Uns hat die Verarbeitung absolut überzeugt. Es sind Bauteile und Geräte von namhaften Herstellern verbaut. Damit ist auch sichergestellt, dass im Falle eines Defekts auch schnell Ersatz beschafft werden kann.

WohlfühlfaktorWir haben einige Kabinen besichtigt und haben uns in der ECO 200A am wohlsten gefühlt. Unser Bauchgefühl hat uns gesagt: Nehmt diese Kabine 🙂

Welche Wohnkabine hast Du?

Schreibe es gerne unten in die Kommentare. Wir sind sehr gespannt. 

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Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Edmund Fritz

    Hallo Grit, hallo Basti,
    vielen Dank für Eure sympathischen, schönen Berichte über Eure Reisen. Vor ein paar Tagen sind wir auf Eure Youtube-Beiträge gestoßen und haben uns durch Euch in unserer Auswahl beim Kauf einer Wohnkabine bestätigt gefühlt. Nicht alle, jedoch etliche Eurer Argumente hatten auch unsere Wahl auf eine Nordstar-Kabine fallen lassen. Vor einigen Wochen gaben wir bei DUX in Norddeutschland (Partnerfirma vom Wohnkabinencenter) den Zuschlag; wir erwarben eine Nordstar 180. Da wir zuvor einen Toyota Hilux mit Doppelkabine gekauft hatten, passte die 180er auf unser Fahrzeug so gut wie die 200er auf Euen 1 1/2 Kabinen Wagen. Nun stehen wir quasi in den Startlöchern und wollen losfahren. Als wir Euren Beitrag : „Welche Wohnkabine passt zu Dir“ angeschaut hatten, viel mir Eure Dachkonstruktion auf. Ihr habt 2 Längsschienen auf dem Dach und hinten irgendetwas montiert was leider nicht richtig zu erkennen ist. Um was handelt es sich? Wir sind gespannt auf Eure Antwort. Bis dahin wünschen wir Euch immer mindestens eine handbreit Sprit im Tank und wenigsten 1bar Luft in den Reifen. Es grüßt Euch herzlich Edmund & Rita

    1. 321off.com

      Guten Morgen Rita und Edmund,

      das freut uns zu hören. Ihr werdet bestimmt viel Spaß mit der ECO180 haben 🙂

      Wir haben auf dem Dach zwei Alu-Profile, die an den Airline-Schienen angebracht sind. Die Schienen schützen unserer Dach-Fenster und dienen gleichzeitig als Montagepunkt.
      Auf dem Dach haben wir unsere Anfahrhilfen/Sandbleche montiert.

      Viele Grüße
      Grit und Basti

  2. Christina

    Hallo!
    Wir haben uns für eine Tischer 230S auf dem Ford Ranger entschieden. Ich konnte mich da in einige Punkte sehr gut reinfühlen, so eine Wohnkabine ist ja auch immer eine sehr persönliche Entscheidung und jeder hat andere Bedürfnisse, die er damit befriedigen möchte 🙂
    Wir bekommen die Kabine im Verlauf des Frühlings / Frühsommers und sind natürlich schon sehr aufgeregt!
    Bei uns waren verschiedene Faktoren entscheidend: Das Mobil sollte nicht zwingend nur für zwei Personen ausgerichtet sein, sondern auch mit einem, oder zwei Kleinkindern / Kindern machbar sein. Im Moment sind wir zu zweit, aber eine solche Anschaffung sollte ja dann doch auch die nächsten paar Jahre aktuell bleiben 🙂
    Weiters wollten wir eine ‚ordentliche‘ Heizung haben, weil wir auch im Winter verreisen möchten und da haben wir uns dann doch für die teurere Warmwasserheizung entschieden. Wir wollten uns halt nicht nur auf die Sommermonate / Frühling / Herbst beschränken und auch mal vllt. in kältere Gebiete abtauchen.
    Und zu guter Letzt: die Nasszelle: Das ist finde ich fast das individuellste. Da ist jeder anders ‚empfindlich‘, ob man nun alle heilige Zeit mit einer Dusche am Campingplatz / Truckerstop auskommt, oder ob man sich dann doch nach ner langen Wanderung abduschen möchte, bevor man sich ins Bett legt. Wir haben uns dann nach langer Überlegung FÜR die Nasszelle entschieden und ich denke auch, dass das für uns die richtige Entscheidung war. Gewichtstechnisch sind wir schon ziemlich gespannt, jetzt stehen noch die letzten Vorbereitungsarbeiten am Auto an.

    Wir werden dann natürlich auch fleißig berichten!
    Vielleicht sieht man sich ja mal, oder fährt sich über den Weg 😉
    Wohin geht denn eure nächste Reise?

    Liebe Grüße,
    Christina von https://miles-and-shores.com

    1. Basti

      Hi Christina,

      ja, die Wahl des Reisemobils ist sehr individuell, es ändern sich manhcmnal auch die Bedürfnisse und Ansichten, im Endeffekt ist alles auf dem kleinen Raum ein Kompromiss und man weiss nie, was die Zukunft bringt. Die 230S ist eine schöne Kabine, ihr werdet damit bestimmt viel Freude haben 🙂 Wir sind auf eure Berichte gespannt und schauen natürlich bei euch vorbei.

      Unser nächster Stop ist (soweit der Stand im Moment) in Richtung Albanien, allerdings kann sich das aufgrund der Virenthematik schnell ändern 🙂

      Viele liebe Grüße
      Grit und Basti

  3. Jonas Braun

    Vielen lieben Dank für den wertvollen Beitrag! Ausgezeichnet Blog.

    1. Basti

      Hi Jonas,
      vielen Dank 🙂

      Liebe Grüße
      Grit und Basti

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