Gewicht einsparen Wohnmobil

Wir zeigen Dir, wie Du einfach und günstig Gewicht bei deinem Wohnmobil einsparen kannst – für mehr Zuladung für dein Equipment.

Weniger Ausstattung beim Kauf

Stehst Du noch vor dem Kauf deines Fahrzeugs, kannst Du bei einer sinnvollen Auswahl deiner Extras einiges an Gewicht sparen. Hier ist weniger oft mehr.

Stell dir vor dem Kauf die Frage, welche Ausstattung Du wirklich benötigst und welche nicht. Auch kann eine serienmäßige Trittstufe nach dem Kauf auch wieder abmontiert werden, hier würdest Du nochmals Gewicht sparen.
Gewichtstreiber sind z.B. der 160PS Motor beim Fiat (ca. +15kg), ein Aufstelldach (ca. +125kg), ein Winterpaket (ca. +15kg) oder auch eine SAT-Anlage (ca. +15kg).

Light statt Maxi Chassis

Ist vor dem Kauf klar, dass Du sowieso auf maximal 3,5 Tonnen gehen wirst, reicht Dir ein Light Chassis aus.
Falls Du viel Gewicht auf der Hinterachse hast und diese leicht durch hängt, kann der Einbau einer Zusatzfeder sinnvoll sein. Die Mehrkosten belaufen sich auf ca. 500,- € und das Mehrgewicht bleibt mit ca. 3 kg im Rahmen.
Reicht Dir das nicht, kannst Du bei Bedarf die Achslasten erhöhen und theoretisch sogar auf bis zu 4.000 kg auflasten.
Der Mehrpreis für das Maxi- bzw. Heavy-Chassis variiert je nach Hersteller – grob kann man dafür aber 1.000 € veranschlagen.
Das Mehrgewicht beträgt beim Maxi- bzw. Heavy-Chassis ca. 40 kg.

Pannenkit statt Reserverad

Bist du hauptsächlich in Zentraleuropa unterwegs und zusätzlich noch Mitglied in einem Automobilclub, wirst Du im Normalfall schnell eine Pannenhilfe erhalten.
Dadurch kannst Du viel Gewicht sparen, wenn Du dein Ersatzrad sowie dein Wagenheber im Fall von zu viel Gewicht zu Hause lässt.
Willst Du trotzdem etwas dabei haben, empfehlen wir für kleine Reifenschäden ein Tyre Kit *.

Werkzeug einsparen - nur das Notwendigste

Da muss ich mich selbst an die eigene Nase fassen – zu viel Werkzeug in der Heckgarage 🙂
Wir haben in der Vergangenheit für jegliche Situation Werkzeug dabei gehabt. Was haben wir in den letzten Jahren unterwegs benötigt? Schraubendreher, Multimeter und einen kleinen Steckschlüssel-Satz.
Aufgrund dieser Erfahrung haben wir unser Werkzeug im Fahrzeug reduziert.
Vieles des Werkzeuge besteht größtenteils aus Metall – dadurch sind hohe Einsparungen möglich.

Bedienungsanleitungen digitalisieren

Wir haben zu unserem Pössl eine ganze Menge Bedienungsanleitungen erhalten, in Summe über 5 kg. Viele Hersteller bieten die Bedienungsanleitungen zum Download an, darunter:

Gibt es deine Bedienungsanleitung nicht elektronisch, kannst Du diese Einscannen und damit digitalisieren. Dafür kannst Du entweder einen Scanner * für zuhause nutzen oder eine beliebige App für dein Smartphone. Wir nutzen dafür ausschließlich unser Smartphone mit der App „Scanner Pro“.

Die digitalen Dokumente haben wir in unserer iCloud gespeichert und entsprechend mit all unseren Geräten offline Zugriff.

E-Book Reader nutzen

Wir lesen viel und lieben es, ein Buch in der Hand zu halten – im Van lesen wir aber tatsächlich rein über unsere eBook Reader. Diese haben viele Vorteile:

  • klein und leicht
  • viel Speicherplatz für tausende Bücher
  • ein beleuchtetes Display bei Dunkelheit
  • angenehme Haptik beim Lesen

Unsere E-Book Reader sind schon mehrere Jahre alt. Basti nutzt den Kindle Paperwhite * und Grit einen Tolino Vision 4 HD *.
Sehr sinnvoll, falls Du viel liest, ist Kindle Unlimited *.

Spezielle Campingutensilien

Küche
Spezielles Campinggeschirr ist platzsparend und leicht. Diese Erfahrung haben wir mittlerweile mit vielen Dingen für die Küche machen dürfen. Wir selbst nutzen Becher, Kochgeschirr, Besteck und Teller aus dem Campingbereich und sind damit mehr als zufrieden.

Campingmöbel
Leichte Stühle und ein Tisch aus Aluminium sparen einiges an Gewicht. Bei günstigen Exemplaren kann die Stabilität leiden – deswegen achte beim Kauf darauf, dass Du nicht nach dem 2. hinsetzen gleich auf dem Boden landest 🙂

Alternative zur Markise

Eine Markise wird bei den meisten Wohnmobilen und Vans bei der Auslieferung montiert. Sie ist komfortabel, leicht zu bedienen und bitte guten Schutz. Die Nachteile sind aber ganz klar der Preis – 1.000,- € sind keine Seltenheit – sowie das Gewicht. 4m lange Markisen bringen ca. 25kg auf die Waage – je länger desto schwerer.
Doch mal Hand aufs Herz – wie oft benötigt man tatsächlich eine Markise?
Wir persönlich sind ohne Markise unterwegs und vermissen diese nicht. Unser Van spendet genug Schatten, außerhalb von den wenigen Sommerwochen muss die Markise kaum eingesetzt werden – und bei Wind speziell an der Küste kann diese sowieso nicht eingesetzt werden.

Die Alternative zur Markise ist ein Sonnensegel *. Natürlich ist es nicht so bequem wie das heraus kurbeln der Markise – aber für wenige Male im Jahr ist es absolut ausreichend.
Du kannst das Sonnensegel entweder mit selbstgebauten Haltern am Dach befestigen oder eine Kederleiste über der Schiebetüre anbringen, in die Du dein Sonnensegel schiebst. Positiver Nebeneffekt ist hier, dass du gleichzeitig einen Tropfschutz für die Schiebetür hast.
Das Sonnensegel inkl. Kederleiste wiegt je nach Ausführung um die 5 kg, also ist hier großes Potential vorhanden.

Lithium Batterien

Herkömmliche AGM Batterien sind schwer – eine 95Ah AGM Batterie wiegt knapp 30kg. Oft wird eine zweite Aufbaubatterie mit 95Ah mit dazu bestellt – damit steigt die Kapazität auf 190Ah und das Gesamtgewicht auf knapp 60kg. Da man AGM Batterien zu max. 60% entladen sollte, haben wir eine nutzbare effektive Kapazität von 114Ah oder auch 1,9 Ah pro kg Gewicht.

Deutlich leichter (aber auch teurer) sind Lithium Batterien *, z.B. mit LiFePO4 Technik. Hier kann man nahezu die komplette Kapazität nutzen und praktisch eine Batterie sparen.

Gasflaschen

Kleinere Gasflaschen
Auch hier gilt wieder – weniger ist mehr. Bist Du im Sommer für 3 Wochen unterwegs und benötigst das Gas nur zum Kochen? Hier solltest Du mit einer 5 kg Gasflache locker auskommen. Hast Du schon zwei 11 kg Gasflaschen gekauft? Dann lass eine zu Hause und fahr mit nur einer Gasflasche los.

Alu-Gasflasche
Kannst Du nicht auf 2x 11 kg Gasflaschen verzichten, ist der Umstieg auf Alu-Gasflaschen sinnvoll.
Diese sind ca. 7 kg leichter als herkömmliche Gasflaschen – aber auch mehr als doppelt so teuer.

Gurtgestell Sitzbank ausbauen

Dieses Thema ist nur was für die Schrauber. Reist Du nur zu zweit und benötigst keine 4 vollwertigen Sitzplätze? Dann könntest Du darüber nachdenken, dein Gurtgestell an der Sitzbank zu demontieren und deine Sitz- und Rückenflächen der Sitzbank anderweitig zu befestigen. Das ist mit etwas Aufwand verbunden, Du solltest handwerklich geschickt sein.

Beachte dabei bitte, dass es sinnvoll ist, mit einem Prüfinstitut (TÜV, Dekra oder ähnlichem) zu sprechen und zwei Sitzplätze austragen zu lassen.

Flexible Solarmodule

Flexible Solarmodule benötigen keinen Rahmen, der beim Gewicht zuschlägt. Diese werden verklebt und gerne bei einem Aufstelldach aufgrund des Gewichts verwendet.

Beachte hierbei, dass die Energieausbeute bei gleicher Fläche normalerweise geringer ist als bei klassischen Solarmodulen mit Rahmen.

Auch können durch das starre Verkleben an der Karosserie langfristig Schäden an den Modulen auftreten – deine Karosserie arbeitet ständig und ist nicht starr.

Auf das Wesentliche konzentrieren

Du nutzt deinen Van nur für den Urlaub oder zu unterschiedlichen Jahreszeiten? Dann packe nur das wirklich Notwendige ein. Gehe einmal durch deinen Van und schau dir an, was Du in letzter Zeit wirklich benötigt hast oder nicht – alles was nicht benötigt wurde kommt raus.

Bist Du mehrere Wochen unterwegs, kannst Du problemlos unterwegs waschen. Hierfür eignen sich Waschsalons oder auch Waschmaschinen auf Supermarktparkplätzen – weniger Kleidung bedeutet weniger Gewicht 🙂

Du fährst im Sommer für 3 Wochen in den Süden? Hierfür musst Du nicht für jegliche Temperaturen gewappnet sein. Die Winterjacke oder andere warme Kleidung kann hier problemlos Zuhause bleiben.

Wassertank und Treibstofftanks nur teilweise befüllen

Stehst Du selten frei und übernachtest meistens auf Stell- und Campingplätzen, kannst Du den Wassertank für die Fahrten zwischendurch nur teilweise, z.B. mit 20 Litern, befüllen. Dies reicht für das Kochen, Toilettenspülung und sonstigem aus.

Auch den Treibstofftank kannst Du nur teilweise befüllen. Reist Du zum Beispiel nur 250km zum nächsten Campingplatz, reicht hier eine halbvolle Befüllung locker aus.

Lebensmittel vor Ort kaufen

Kaufst Du Lebensmittel am Urlaubsort oder unterwegs ein und bunkerst nicht für die kommenden 4 Wochen, kannst Du einiges an Gewicht sparen. Es freuen sich die Einzelhändler vor Ort und Du bekommst frische, regionale Lebensmittel. Einheimische Lebensmittel und Essen gehört zum Urlaub dazu – davon wirst Du begeistert sein – versprochen 🙂

Eine sportliche Figur antrainieren

Als vorletzter Punkt besteht eventuell die Möglichkeit, ein wenig was für die Gesundheit zu tun 🙂 Sich im Bereich des Normalgewichts zu bewegen wirkt sich nicht nur positiv auf die Gewichtsbilanz im Fahrzeug aus – dein Körper wird es dir danken 🙂

Das Idealgewicht für einen 1,80 m großen Mann liegt je nach Auslegung zwischen 67 und 81 kg. Die Wohnmobilhersteller kalkulieren bei der Gewichtsermittlung mit 75 kg für den Fahrer.

Einen Anhänger nutzen / B96 Führerschein

Als letzte Option gibt es nur noch die Auslagerung auf einen Anhänger. Hier hat man den Vorteil, dass man nicht verzichten muss – man lagert das Gewicht nur aus. Der große Nachteil ist, dass man dadurch die Vorteile der Flexibilität eines Vans aufgibt.

Da wir unsere Führerscheine nach 1998 erhalten haben, dürfen wir nur bis max. 3,5 Tonnen fahren – dieser Wert gilt auch für die Gesamtmasse. Das bedeutet in diesem Fall Van und Anhänger, ausgenommen sind Anhänger bis 750kg zulässigem Gesamtgewicht.

Abhilfe schafft hier der sogenannte B96 Führerschein. Dieser Führerschein ist eine Erweiterung des B-Führerscheins und ist nicht einzeln gültig. Durch diesen zusätzlichen Führerschein darf man ein Gespann mit einer zulässigen Gesamtmasse mit bis zu 4,25 Tonnen fahren – also z.B. einen Van mit 3,3 Tonnen plus einen kleinen Anhänger mit 950 kg zulässigem Gesamtgewicht.

Der Führerschein ist relativ günstig – er kostet um die 400,- €. Eine klassische Theorie- oder praktische Prüfung ist nicht erforderlich. Dadurch kann man diesen Führerschein innerhalb eines Tageskurses erwerben. Informationen dazu erhältst Du bei der Fahrschule deines Vertrauens.

Wie sparst Du Gewicht ein?

Bist Du safe unter deinem zulässigen Gesamtgewicht oder hast Du andere Tipps, um Gewicht einzusparen? Schreibe es gerne in die Kommentare und lass es uns wissen 🙂

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