Gebrauchtes Wohnmobil verkaufen

Pössl Summit 640 Wohnmobil im Wald mit strahlender Sonne

Sein gebrauchtes Wohnmobil zu verkaufen kann unterschiedliche Gründe haben, meist wird es verkauft, da eine Neuanschaffung ansteht. Wir zeigen dir, was du unbedingt beachten musst, damit du beim Verkauf den Höchstpreis erzielen kannst – garantiert.

Disclaimer: Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Kontaktiere für offene Fragen deinen Anwalt oder Automobilclub des Vertrauens.

Wohnmobil für den Verkauf vorbereiten

Der wichtigste Punkt, um einen hohen Verkaufspreis zu erzielen, ist der technische wie auch optische Zustand des Wohnmobils. Ein gepflegtes und sauberes Wohnmobil erzielt einen deutlich höheren Verkaufspreis als ein Fahrzeug, das nicht sauber vorbereitet wurde.

Reparatur

Hat dein Wohnmobil offensichtliche Mängel, kannst du im Vorfeld überlegen, diese selbst zu reparieren oder reparieren zu lassen. Einen kleinen Steinschlag zu entfernen kostet mit Smart-Repair kein Vermögen mehr. Auch solltest du kleine Dinge wie lose Scharniere, lose Druckknöpfe und quietschende Schubladen reparieren, damit der Gesamteindruck positiv und gepflegt ist.

Hat dein Wohnmobil größere Schäden oder Mängel, gilt es abzuwägen, ob du diese reparieren möchtest oder dem Käufer einen Nachlass gewährst. Oft sind die Käufer alter Wohnmobile selbst Bastler, die die Schäden selbst richten können.

Aufbereitung

Eine Außenwäsche, aussaugen und die Reinigung innen ist das Minimum, das du für den Verkauf deines Wohnmobils machen solltest. Ein sauberes und gepflegtes Wohnmobil verkauft sich deutlich besser als ein schmutziges Wohnmobil mit allerlei Gebrauchsspuren.

Aktuellen Wert deines Wohnmobils ermitteln

Anders als beim PKW lässt sich der Wert deines Wohnmobils praktisch nicht auf Knopfdruck ermitteln. Es gibt zu viele Faktoren, die den Preis deines Wohnmobils beeinflussen.

Es lässt sich aber trotzdem relativ einfach der Wert für den Verkauf deines Wohnmobils ermitteln. Schau bei den gängigen Portalen wie zum Beispiel mobile.de nach, wie hoch ein vergleichbares Wohnmobil gehandelt wird. Zum Vergleich achte am besten auf Kilometerstand, Alter, Ausstattung, Zusatzausstattung und allgemeinen Zustand des Wohnmobils.

Beachten solltest Du, dass du als Privatperson nicht den gleichen Verkaufspreis erzielen kannst wie ein Händler. Der Händler gibt dem Käufer einige Vorteile wie eine Gewährleistung, die du als Privatperson nicht geben kannst. Als Referenz kannst du einen Preis zwischen Händlerverkaufs- und Händlerankaufspreis nehmen.

Um die benötigten Daten zu sammeln und um nichts zu vergessen, haben wir dir eine kleine Checkliste erstellt.

Wann verkauft man am besten sein Wohnmobil?

Dein Wohnmobil verkaufst Du am besten im Frühling, da hier die Nachfrage am höchsten ist und du die besten Preise erzielen kannst.
Auch im Sommer lassen sich noch akzeptable Preise erzielen. Im Herbst und Winter sind die Preise dafür am niedrigsten.

Was sind die besten gebrauchten Wohnmobile?

Allgemein gilt, dass Wohnmobile aus der Großserie sehr Wertstabil sind und sich gut verkaufen lassen. Hast du viel individualisiert und umgebaut, kann sich dies negativ auf den Verkaufspreis auswirken.

Auch selbstausgebaute Wohnmobile erzielen meist einen Bruchteil des Neuwertes, da hier viel auf einen selbst angepasst und individualisiert wurde – das mag nicht jeder 🙂

Wohnmobil selbst verkaufen oder bei einem Händler in Zahlung geben?

Willst du dein gebrauchtes Wohnmobil verkaufen, hast du zwei Möglichkeiten: Privat zu verkaufen oder bei einem Händler in Zahlung zu geben. Beide Optionen haben Vor- wie auch Nachteile.

Verkauf an Händler

Die wohl bequemste Variante dein gebrauchtes Wohnmobil zu verkaufen ist der Verkauf an einen Händler. Das kann der Händler sein, bei dem du dein neues Wohnmobil kaufst oder auch ein anderer Wohnmobil-Händler deiner Wahl. Kaufst du ein neues Wohnmobil und gibst dein altes beim gleichen Händler in Zahlung, musst du lediglich den Differenzbetrag bezahlen. Das kann Vorteile haben, da du das Geld für das neue Wohnmobil nicht erst komplett aufbringen musst, solange du dein altes noch nicht verkauft hast. Aber denke daran, dass der Verkaufspreis an einen Händler meist geringer ist als auf dem freien Markt. Der Händler muss für den weiteren Verkauf das Fahrzeug aufbereiten, Gewährleistung für den nächsten privaten Käufer geben und natürlich auch etwas daran verdienen.

Vorteile:

  • Du musst dich um nichts kümmern
  • Du sparst eine Menge Zeit, da du das Wohnmobil nicht inserieren und viele Besichtigungen durchführen musst
  • Vertragsmodalitäten werden vom Händler übernommen

Nachteile:

  • Es wird (fast immer) ein geringerer Verkaufspreis erzielt

Privat verkaufen

Die etwas aufwändigere Variante ist der private Verkauf deines gebrauchten Wohnmobils. Mit etwas Aufwand kannst du hier einen höheren Verkaufspreis als beim Verkauf an einen Händler erzielen. Als Privatperson kannst Du die Gewährleistung ausschließen und musst dir somit hier keine Gedanken mehr nach dem Verkauf machen. Allerdings ist der Aufwand größer. Du musst eine Anzeige erstellen, viele Telefonate führen, Besichtigungen und Probefahrten wahrnehmen und dich um die Abwicklung kümmern. Aber keine Sorge, das ist gut machbar und der höhere Verkaufspreis entschädigt für den Aufwand 🙂

Vorteile:

  • Höherer Verkaufspreis

Nachteile:

  • Mehr Aufwand für Inserate und Besichtigungen
  • Du musst dich um die Abwicklung kümmern

Wohnmobil für den Verkauf inserieren

Hast du dich entscheiden, dein gebrauchtes Wohnmobil privat zu verkaufen, dann ist eine optimale Anzeige sehr wichtig. Du erreichst mit guten Bildern und Verkaufstext mehr Aufmerksamkeit und kannst somit einen höheren Verkaufspreis erzielen.

Fotos

Gute Fotos sind für deine Verkaufsanzeige das beste Mittel, um positive Aufmerksamkeit zu erregen. Menschen schauen sich Bilder öfter, lieber und länger an als einen Text und somit kannst du hier bereits die richtigen Weichen stellen. Für gute Bilder ist kein teures Kameraequipment notwendig, du kannst mit jedem aktuellen Smartphone gute Bilder machen. Hier einige Tipps, wie du die perfekten Fotos für dein Wohnmobil erstellst.

  • Bilder planen:
    Überlege dir im Vorfeld, was du auf den Bildern gerne zeigen möchtest und was besonders an deinem Wohnmobil ist und was du gerne in Szene setzen möchtest. Versetze dich in die Käuferrolle: Welche Bilder würden mich interessieren?
    Die Bilder sollten das Wohnmobil von außen in verschiedenen Winkel zeigen sowie alle wichtigen Details und Merkmale. Dazu gehören die Sitzgruppe, das Bad, die Küche, die Schlafmöglichkeiten, die Heckgarage, Stauräume, das Fahrerhaus, besondere Ausstattungen wie zum Beispiel eine Solaranlage und Komfortausstattungen wie beispielsweise eine Dachklimaanlage.

  • Gute Bilder erstellen:
    Für gute Fotos muss das Wetter sowie das Licht stimmen. Bilder an grauen Regentagen sind erstens vom Licht nicht optimal und zweitens wecken diese keine Emotionen. Stelle sicher, dass genügend Licht vorhanden ist und die Stimmung zum Urlaubsfeeling passt. Vermeide die Mittagssonne, denn diese ist zu grell und der Übergang von Licht zu Schatten zu groß – das fängt der kleine Handysensor nicht ein. Fotografiere dein Wohnmobil vormittags oder nachmittags an einem geeigneten Platz. Achte bei Innenaufnahmen darauf, dass alle Lampen eingeschaltet sind – das wirkt gemütlicher. Nutze wenn vorhanden die Weitwinkelfunktion deiner Handykamera, damit man maximal viel auf den Bildern, speziell im Innenraum, sieht.

  • Bilder direkt prüfen:
    Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen kommt es zu verwackelten Bildern, die unscharf sind. Prüfe deine Bilder direkt nach, um die gute Qualität sicherzustellen. Denn verwackelte oder unscharfe Bilder haben in einer Verkaufsanzeige nichts zu suchen.

  • Urlaubsbilder nutzen:
    Schau in deinem Bilderarchiv nach, ob du ein oder zwei schöne Bilder deines Wohnmobils aus dem Urlaub hast. Idealerweise zeigst du es „im Einsatz“ an einem schönen Ort, um Emotionen beim Käufer zu wecken.

Verkaufsportale

Dein gebrauchtes Wohnmobil kannst du auf folgenden Plattformen kostenlos verkaufen:

Auch kannst du über diese Plattformen ein gebrauchtes Wohnmobil kaufen.

Anzeige erstellen

Hast du alle Bilder im Kasten, geht es jetzt an das Erstellen der Verkaufsanzeige. Wichtig ist hier, so viel wie möglich und gleichzeitig so viel wie nötig in die Anzeige zu schreiben. Liste alle relevanten Details auf – spare dir aber ausführliche Romane, das liest sich niemand durch. Auch dafür haben wir dir eine kleine Checkliste vorbereitet:

  • Anzeigentitel:
    Dieser sollte so kurz wie möglich sein und Aufmerksamkeit erregen. Formuliere den Titel positiv und aussagekräftig, damit potentielle Käufer hier direkt hängen bleiben

  • Einleitung:
    Beschreibe in einem oder zwei Sätzen, was dein Wohnmobil besonders macht und warum du dieses verkaufst. Das erweckt Vertrauen zu dir.

  • Hauptteil:
    Nun kommen die Zahlen, Daten und Fakten 🙂 Liste hier wichtige Eckdaten wie Baujahr, Kilometerstand, nächste HU-Prüfung sowie Gasprüfung auf. Gehe im Detail auf die Ausstattung des Wohnmobils ein und liste hier die komplette Ausstattung auf. Beschreibe zudem die Zusatzausstattung, die bei deinem Wohnmobil mit dabei ist. Wurde an deinem Wohnmobil etwas repariert oder getauscht, kannst du es gerne mit in die Anzeige schreiben.

  • Mängel:
    Hat dein Wohnmobil einen Mangel oder mehrere Mängel, solltest du diese ebenfalls aufzählen. Viele Käufer nehmen einen weiten Weg auf sich, um das Wohnmobil zu besichtigen – das sollte aufgrund der Mängel ja nicht umsonst sein, oder? Ich persönliche würde nicht gerne 100 km zur Besichtigung fahren, um festzustellen, dass das Wohnmobil einen Mangel hat, der für meinen Kauf ein K.O. Kriterium ist.

  • Kontaktdaten:
    Liste den Standort des Fahrzeugs, deine Kontaktdaten und Zeiten auf, an denen du erreichbar bist. Bist du berufstätig und kannst tagsüber nicht telefonieren, bietet sich hier zum Beispiel eine Erreichbarkeit ab 18:00 Uhr an.
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Letzte Aktualisierung am 19.06.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Der Verkauf

Besichtigungstermine vereinbaren und vorbereiten

Die meisten Besichtigungen werden telefonisch vereinbart – stell dich deswegen darauf ein, dass du nach Anzeigenerstellung viele Anrufe bekommen wirst. Lass dich hier nicht von unseriösen Anrufern verleiten, die dir für sofortige Abholung einen Bruchteil des ausgeschriebenen Preises anbieten. Geduld wird oft mit einem guten Preis belohnt 🙂

Wichtig ist, dass du vor der Besichtigung das Wohnmobil nochmals vorbereitest und kurz durchcheckst, damit bei der Besichtigung nichts schief geht. Stelle alle Unterlagen und Dokumentationen zusammen, falls der potentielle Käufer diese sehen möchte.

Die Besichtigung

Plane für die Besichtigung ausreichend Zeit ein. Ein Wohnmobil ist ein komplexes Fahrzeug mit viel technischer Ausstattung, die gezeigt werden muss. Für die Besichtigung kannst Du eine bis vier Stunden einkalkulieren. Du solltest hier ehrlich das Fahrzeug präsentieren und auf bekannte Mängel hinweisen. Lasse dich von kleineren Gebrauchsspuren oder Mängeln nicht aus dem Konzept bringen, denn schließlich verkaufst du ein gebrauchtes Wohnmobil – und kein Neufahrzeug.

Die Probefahrt

Zu jeder Besichtigung gehört eine Probefahrt. Ist dein Wohnmobil noch angemeldet, stelle sicher, dass die Versicherung auch greift, wenn der potentielle Käufer das Fahrzeug bewegt. Ich persönlich rate dir dazu, dir vor jeder Probefahrt den Führerschein und Personalausweis zeigen zu lassen und bei jeder Probefahrt mitzufahren. So übergibst du nicht blind das Wohnmobil – es könnte ja auch geklaut werden. Zusätzlich kannst du bei der Probefahrt noch weiter etwas positives zum Wohnmobil erzählen und auf Fragen direkt eingehen.

Der Kaufvertrag

Als Privatperson solltest du jegliche Gewährleistung, Garantie sowie eine Rücknahme ausschließen. Dies greift jedoch nicht, wenn du bekannte Mängel verschweigst. Lieferst du falsche Informationen oder lügst den Käufer gar an, kann der Kaufvertrag des Wohnmobils juristisch angefochten werden.

Als Vorlage für einen Kaufvertrag kannst du die Version von mobile.de oder vom ADAC nutzen, diese beinhalten alles Wesentliche und werden permanent aktualisiert.

Vorsicht vor Betrug bei der Bezahlung

Wir haben persönlich noch keinen Betrug erlebt, aber aufpassen solltest du bei Käufern, die per Scheck bezahlen wollen. Wir leben mittlerweile im 21. Jahrhundert, in dem Schecks nicht mehr verbreitet sind und das Risiko eines Ausfalls zu hoch ist.
Auch bei Bargeld solltest du vorsichtig sein. Ein Tipp ist, zusammen mit dem Käufer nach Vertragsunterzeichnung auf die Bank zu fahren, um das Bargeld einzuzahlen. Damit bist du sicher, dass es sich hier nicht um Falschgeld handelt.

Wohnmobil nach dem Verkauf abmelden?

Im Kaufvertrag steht oft ein Passus drin, dass der Käufer nach Übergabe für alle Schäden aufkommt und das Fahrzeug innerhalb wenigen Tagen ummelden muss. Leider kann es sein, dass du trotzdem nach der Übergabe haftest und für einen Schaden bezahlen musst – denn bis zur Abmeldung steht der Verkäufer in der Haftung.
Damit du auf der sicheren Seite bist, melde das Fahrzeug vor der Übergabe und Abholung ab oder fahre zusammen mit dem Käufer auf die Zulassungsstelle.

Fazit und eigene Erfahrungen

Wir selbst haben bisher mehrere Autos sowie Wohnmobile gekauft und auch wieder verkauft. Wirklich schlechte Erfahrungen haben wir zum Glück noch nicht gemacht. Wir persönlich handeln genau einmal über den Preis – entweder über das Telefon oder vor Ort. Das kommunizieren wir auch immer offen und bleiben dann auch hart.

Beim Preis zahlt sich Geduld oft aus, nehme nicht die erstbesten Angebote direkt an, denn diese kommen meist von Händlern, die das Fahrzeug günstig einkaufen wollen.

Wichtig ist, dass du immer offen und ehrlich mit den Käufern sprichst und nichts verheimlichst.

Befolgst du alle unsere Tipps, wirst du bestimmt einen höheren Verkaufspreis als beim Händler erhalten und damit mehr Geld für deinen Urlaub zur Verfügung haben 🙂

Hast du bereits dein gebrauchtes Wohnmobil verkauft? Was hast Du für Erfahrungen gemacht?

Schreibe es gerne unten in die Kommentare. Wir sind sehr gespannt. 

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