Mehr Stauraum – unser Innenausbau – Ford Ranger

Mehr Stauraum und eine bessere Gewichtsverteilung – das waren die ersten Überlegungen für einen Ausbau.

Da Grit und ich nur zu zweit reisen, benötigen wir unsere Rückbank nicht zwingend. Früh begannen die Überlegungen, einen Ausbau anstelle der Rückbank zu montieren. Aber was für Anforderungen stellt man an einen solchen Ausbau?

  • einfacher Ein- und Ausbau
  • modulares System, die Elemente sollten auch einzeln und nicht nur als gesamtes System nutzbar sein
  • stabil und leicht
  • einfacher Zusammenbau
  • einfache Reinigung
  • bezahlbar
  • und natürlich ein wenig Optik 🙂

Welches System nutzen wir?

Es gibt auf dem Markt sehr viele unterschiedliche Systeme. Jedes System hat natürlich seinen Vor-und Nachteil. Einen kompletten Selbstausbau nur aus Holz hatten wir aufgrund der immer weniger werdenden Zeit ausgeschlossen. Klassischerweise hat man bei mehr Stabilität auch mehr Gewicht. Dies kann man natürlich teilweise umgehen, wenn man mehr Geld dafür ausgibt. 🙂

Wir haben uns aufgrund der oben genannten Punkte für das Concept 1 System von 4×4-Innenausbau entschieden. Knut hat uns hier bezüglich unserer Idee zum Ausbau super beraten. So konnten wir doch das Ein oder Andere nochmals optimieren.

Was kostet so ein Ausbau - und was wiegt er?

Für diesen Ausbau inkl. der Siebdruckplatte, Dämmung und den Kleinmaterialien muss man mit ca. 800,-€ rechnen.

Der Ausbau wiegt in Summe 32kg. Die Einzelkomponenten wiegen:

  • Grundbox: 12kg
  • Seitenschrank 1 (mit Einlegeboden): 7kg
  • Seitenschrank 2: 6kg
  • Mittelbox: 7kg

Was verstaut man in so einem Ausbau?

Das kommt darauf an 🙂 Im ersten Schritt solltest Du dir überlegen, was unbedingt im Ausbau verstaut werden soll. Bei uns waren es:

  • Trinkwasser
  • Wasserfilter
  • Reiseapotheke
  • Spaten, Säge, Axt und Feuerlöscher
  • Schmutzwäsche
  • Tisch
  • Stühle
  • eine Auflagemöglichkeit für Jacken und Rucksäcke während der Fahrt

Warum genau diese Gegenstände? Zum Einen hatte es für uns Priorität, die Gewichtsverteilung zu verbessern – was bietet sich hier besser an, als auf einen Schlag knapp über 30kg nur durch Trinkwasser nach vorne zu bringen? 🙂 Zum anderen wollen wir das Fahrzeug für Ausflüge oder Besorgungen auch mal mit abgesetzter Wohnkabine nutzen. Mit dieser Auswahl hat man alles dabei, um auch mal bei einer schönen Aussicht halt zu machen und zu verweilen. 🙂

Natürlich kann man mehr oder weniger im Ausbau unterbringen. Denkbar wäre natürlich auch, eine Fläche für den Zweibeiner vorzusehen oder auch die Kochutensilien mit Auszug in das Fahrzeug zu integrieren. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt und alles individuell umsetzbar, man sollte sich nur im Vorfeld überlegen, was der Zweck des Ausbaus sein sollte.

Welche Maße benötige ich?

Auch hier sind die Maße leider sehr individuell. Zum einen hängt es natürlich vom Fahrzeug ab, zum anderen von der Größe und der Sitzposition von Fahrer und Beifahrer. Diese bestimmt Maßgeblich die Tiefe des Ausbaus. Hier ein grober Leitfaden:

  • Ausbau sämtlicher Dinge aus dem Fond, die nicht mehr benötigt werden. Dazu zählen auch Verkleidungen und Zierelemente
  • Die optimale Sitzposition von Fahrer und Beifahrer ermitteln. Immer vom maximalen Platzbedarf ausgehen (auch bei Fahrerwechsel) und ein klein wenig Puffer einplanen
  • Einen ersten Überblick verschaffen, wie man den Platz bestmöglich nutzen könnte
  • Grobe Maße nehmen
  • Eine erste Planung, wie man am Besten die Gegenstände unterbringen kann, die zuvor festgelegt wurden. 
  • Kartons auf Maß zuschneiden (Kartons haben eine ähnliche Wandstärke wie das Concept 1 System) und „einbauen“
  • Prüfen, ob die erste Planung so umsetzbar wäre und ob alles passt. Achte hierbei besonders darauf, dass die Schubläden und Klappen auf gehen sowie alle Gegenstände einfach entnehmbar sind 🙂
  • Die Feinplanung mit den vorläufigen Endmaßen fertigstellen

Jetzt solltest Du eine genaue Vorstellung davon haben, wie dein Ausbau aussehen wird. Natürlich braucht man zwischen der ersten groben Planung und der Feinplanung mehr als nur einen Anlauf – wir haben unser Konzept 2 mal geändert bis es für uns gepasst hat. 🙂

Wie wird der Ausbau befestigt?

Unser Ausbau ist auf einer Siebdruckplatte am Boden verschraubt. Zusätzlich haben wir mit Gummi-/Metall Puffer den Ausbau an der Rückwand nochmals stabilisiert. Da das Fahrzeug sich während der Fahrt und im Gelände windet, darf hier keine starre Verbindung herrschen, ansonsten knarzt es 🙂

Die Siebdruckplatte selbst ist am Fahrzeug an den originalen Punkten der Sitz-/Gurtbefestigung verschraubt. Die einzelnen Module des Ausbaus sind miteinander mit Schrauben sowie Holzmuttern für den Möbelbau verschraubt. Dadurch haben wir maximale Stabilität, auch bei einer Vollbremsung.

Wie baut man so einen Ausbau zusammen?

Der Zusammenbau ist relativ einfach. Du solltest ein wenig handwerkliches Geschick mitbringen – dann steht deinem Ausbau nichts mehr im Wege!

Wir haben das Material für unseren Ausbau bei 4×4-Innenausbau bestellt. Hier bekommst Du vor der Bestellung Dateien zugeschickt, in die Du deine Maße der einzelnen Module einträgst. Danach berechnet Dir die Datei alle benötigten Materialien für deine Bestellung. Das ist super einfach und in wenigen Minuten erledigt.

Die Metallprofile werden in Meterware und die Platten am Stück (125x80cm) geliefert. Diese sägst Du einfach mit einer Kreis-/Kappsäge mit Längenanschlag oder auch einer Stichsäge auf die benötigten Maße zu (sauberes entgraten nicht vergessen 🙂 ). Der Zusammenbau mit den Verbindungswinkeln geht am besten mit einem Kunststoff- oder Gummihammer. Nimm Dir zur Kontrolle immer mal wieder einen 90° Eisenwinkel zur Hand, wer will schon schräge Schränke haben? 🙂 Nach dem sauberen Ausrichten vernietest Du alles miteinander – fertig!

Tipp: Schau Dir auf 4×4-Innenausbau dazu die Videos für den Zusammenbau an. Danach geht es um einiges einfacher 🙂

Baue ich alle Module auf einmal zusammen?

Kann man machen – würde ich aber nicht. Wer sägt schon mm-genau und kalkuliert alle Fertigungstoleranzen mit ein? 🙂

  • Wir haben zuerst die Materialien für Grundbox (Röhre) zurecht geschnitten und zusammen gebaut. Anschließend haben wir die Befestigungslöcher für die Befestigung am Boden (Siebdruckplatte) gebohrt und verschraubt. Du erinnerst Dich noch an die Kartons? 🙂 Genau diese haben wir danach aufgelegt und die Maße für die weiteren Zuschnitte nochmals überprüft.
  • Danach kamen die beiden Seitenschränke dran. Auch hier haben wir die Materialien zurecht geschnitten und nach dem Zusammenbau die Befestigungslöcher für die Befestigung an der Grundbox (Röhre) sowie der Rückwand (Fahrzeug) gebohrt und verschraubt.
  • Zum Schluss kam dann die Mittelbox dran. Hier haben wir vor dem Zusägen nochmals Maß genommen – speziell die Breite zwischen den beiden Seitenschränken war wichtig. Nach dem Vermessen haben wir alles zugesägt und zusammen gebaut. Danach noch die Befestigungslöcher für die Befestigung an der Grundbox sowie den Seitenschränken gebohrt, verschraubt – geschafft 🙂

Unser Ausbau

Genug Theorie, kommen wir nun zu unserem Ausbau 🙂 Dieser besteht aus insgesamt 4 Modulen:

  • 1 Grundbox, auch Röhre genannt. Sie geht über die komplette Breite des Fahrzeugs und ist von beiden Seiten zugänglich
  • 2 Seitenschränke, die von jeweils den Außentüren (Fahrer- und Beifahrerseite) zugänglich sind
  • 1 Mittelbox, die einen Deckel zum Öffnen hat und von innen zugänglich ist

Die Grundbox

Unsere Grundbox hat die Maße 120x56x30cm. Hier ist also genügend Platz für unsere Stühle, Tisch und allerlei andere Sachen, wie z.B. Markise, kleine Werkzeugtasche etc. Die Box ist auf einer Seite komplett offen, auf der anderen nicht. Dies hat Stabilitätsgründe. Eine Röhre ohne Seitenteile ist nicht stabil. Durch die kleine Öffnung auf der zweiten Seite haben wir den besten Kompromiss aus Stabilität und Zugang geschaffen 🙂 Auf der Unterseite haben wir zwei Löcher für den Zugang zu den Fächern im Fahrzeug (unter den Fondsitzen – passt prima Werkzeug rein) sowie ein Loch zur 12V Steckdose am hinteren Ende der Mittelarmlehne)

Die Seitenschränke

Die Seitenschränke haben die Maße 48x35x50cm. Wir haben jeweils auf der Fahrer- sowie Beifahrerseite einen Seitenschrank. Diese sind ganz einfach von außen zugänglich, wenn die hintere Türe geöffnet ist. Der Schrank an der Beifahrerseite hat zusätzlich einen Einlegeboden, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen.

Die Mittelbox

Die Mittelbox hat die Maße 49x48x25cm. Die Mittelbox ist vom Fahrzeuginnenraum zugänglich und hat einen Deckel, der verschließbar ist. Wir nutzen die Mittelbox als Stauraum und als Ablagefläche für Jacken und kleinere Dinge während der Fahrt.

Die Stückliste

Hier findest Du nun unsere Stückliste. Diese ist natürlich nur für unsere Maße gültig – bei Abweichungen der Maße kommt natürlich etwas hinzu oder fällt weg. Auch ist der Verschnitt individuell, wir hatten am Schluss von allem etwas übrig, da wir sicherheitshalber mit mehr Verschnitt gerechnet hatten.

Innenraumdämmung:

  • 1x Innenraumdämmung selbstklebend 60x140cm – durch den Entfall der Sitzlehne im Fond war es dann doch ein wenig lauter im Fahrzeug 🙂

Grundplatte sowie Befestigung an das Fahrzeug (Grundplatte sowie Seitenschränke):

  • 1x Siebdruckplatte (120x56x1,2cm)
  • 2x Gummipuffer Typ A, Ø 50 mm Höhe 30 mm, AG/AG M10x28
  • 2x Unterlagsscheiben M10
  • 2x selbstsichernde Muttern M10
  • 4x Senkkopfschrauben (variiert nach Plattenstärke und Fahrzeug)

Ausbau:

  • 30x Befestigungsmutter für Möbelbau
  • 30x Linsenkopfschraube zur Verschraubung (variiert nach Größe und Materialstärke)
  • 100x Blindnieten gerillt 4,1×8,5 mm
  • 300x Blindnieten Multi-grip 4,0×16,5 mm
  • 10x Q6506 Easy-Case 31×31 mm Winkelprofil 2 Meter
  • 3x Q6502M Case Kofferdeckel Schliessprofil Alu-Rahmen, 32 mm hoch, 2 Meter lang
  • 20x Q4506 Case Ecke Dunkelgrau (DG)
  • 12x Q4502M Case Ecke für Kofferschliessprofil Dunkelgrau (DG)
  • 7x Ausbauplatte ca. 125 x 80 cm schiefer – schiefer
  • 1x Winkelprofil 6109, Kantenschutz 22 x 22 mm, 2 Meter lang
  • 1x 6200 Endprofil / Umrandung, 7mm, 2 Meter
  • 1x 6126 Serviceklappenprofil, 7mm, 2 Meter
  • 2x Polyamid Scharnier 40 x 40 mm, schwarz
  • 1x Standard massiv Buchenholzleisten 6,9 x 25mm mattschwarz lackiert, 2 Meter
  • 1x Hebelverschluß KPV 1, schwarz, Auslöser bündig

Sonstiges:

Was passt nun alles in so einen Ausbau?

Eine ganze Menge 🙂 Anbei findest Du alles, was im Ausbau verstaut ist:

Hast Du Fragen zum Ausbau?

Schreibe deine Fragen oder Anregungen gerne unten in die Kommentare. Wir sind sehr gespannt. 

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Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Ulrich Sommer

    Danke für die tollen Berichte, ohne trallala und lustig. Sehr gut und einfach gesagt und getan. Wir haben den gleichen Ranger und bekommen unsere Kabine in etwa drei Wochen. ( Multi 4 Willy 200 spezial). Die Kabine ist mit 480kg relativ leicht.
    Wir hatten uns , in den letzten Jahren, für Urlaube in England, Frankreich u. Ostsee ein Komplettes Fahrzeug ausgeliehen (mit Kabine). …Aber mit Tischer …zu schwer, zu viel Luxus. Uns gefiel das so gut, das wir uns jetzt was Eigenes bestellt haben.
    In etwa zwei Montaten geht es für 9-10 Wochen nach Russland. Moskau, Petersburg, Murmansk, Helinki, Stockholm …und heme…Die Vorbereitungen laufen und Eure Hinweise sind sehr hilfreich. Macht weiter so…habt einfach viel Spass am Leben …schreibt und sendet fleißig. ( Empfehlung: Baltikum ..natur pur )
    Mit freundlichem Gruss A .u. U. Sommer aus Chemnitz :-))

    1. Basti

      Hallo ihr Zwei,

      vielen Dank für die netten Worte 🙂
      Wir wünschen euch viel Spaß auf eurer Tour mit der neuen Kabine in Richtung Osten, hört sich sehr spannend und vielversprechend an!

      Liebe Grüße
      Grit und Basti

  2. Ulrich Sommer

    Danke für die nette Antwort…. Eine Frage …welche Materialstärke haben die blauen Platten Eurer Kisten ??? In Gedanken baue ich schon…
    Ihr werdet euch wundern….Wir haben schon ein gesetztes Alter ….von kurz vor 60….. Noch drei Jahre etwas wackeln und dann geht es richtig ab.. .. Jetzt schon mal n Test für was Längeres ………..( Dank netter Arbeitgeber) Wir sind gespannt und werden dann berichten.
    Gruss A. u. U

    1. Basti

      Hallo Ulrich,
      meinst Du die grauen Platten? Die haben eine Stärke von 6,9mm.

      Ja, das ist mutig 🙂 für einen Traum ist es aber nie zu spät. Wenn man gesund und fit ist steht einem nichts im Wege, es gibt immer eine umsetzbare Lösung wenn man möchte 🙂

      Viele Grüße
      Grit und Basti

  3. Ulrich Sommer

    Hallo, hier ist der aus Chemnitz nochmal. Lasse mir die Kisten nach deinen Massen aus Riffelaluminium Platten bauen. Wird schon…..Und nun lese ich ,das Ihr Euch einen Kastenwagen zugelegt habt….. ;-(( Hatten wir letztes Jahr drei Wochen für unsere Irlandreise ( 5500KM ) … Ich bin relativ gross und hatte in kurzer Zeit noch nie so viele blaue Flecke zu beklagen.
    Wenn “ Mann“ nicht alles richtig mit Liebe verpackt….bekommst du beim fahren einen Fön….Klapper ,Klapper,,Klapper… Und gefühlt hatten wir nicht mehr Platz als in der Tischerkabine. Zu schmal, zum Essen umständlich Sitz rumdrehen .. Ist nichts für uns ….Aber vielleicht für Euch. Der Grund für den Wechsel wird ein anderer sein. Bin gespannt…hab ne Idee ….Gruss Ich… bleibt gesund 🙂

    1. Basti

      Hi Ulrich,
      viel Spaß beim Bau deines Ausbaus!
      Ja, wir haben aufgrund div. Punkte uns für einen Wechsel entschieden, mehr dazu findest Du bald auf unserer Website und auf YouTube 🙂

      Bleib auch Du gesund und viele Grüße
      Grit und Basti

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